123. Tag ( Bali 9/15 )

Januar 8, 2007

Regen und Sturm den ganzen Tag

Heute am Neujahrstag stürmt und regnet es unaufhörlich. Zum Hotelrestaurant muss ich mich durch eine lange Pfütze – Herbst in den Tropen. Der Himmel ist grau und dunkel und die Temperatur ist knapp über 25°C. Ich friere zum Frühstück um 12Uhr fast mit meinem T-Shirt und meinen Shorts, während mir Niesel ins Gesicht schlägt. Es regnet schon solange, daß der Pool beinahe überläuft, nur knapp unter der Kante hört das Wasser auf zu steigen.

Entwicklungshelfer aus Banda Aceh

Am Mittagstisch ( zum Frühstück ) habe ich dann zwei Entwicklungshelfer aus Banda Aceh kennen gelernt, zwei Kanadier. Eine Englischlehrerin und ein Manager für die Organisation der Projekte, beide sind für erstmal zwei Jahre hier.

Sie mit Nachname Schneider und mit Vorfahren aus Deutschland, die nach Ende des Krieges nach Südamerika gegangen sind, sehr wahrscheinlich auch ehemalige braune oder schwarze Uniformträger und Mitstreiter der Bewegung, hat auch zwei Jahre in Deutschland einen Teil ihres Studiums absolviert – an den Universitäten in Bamberg und in Hamburg.

Er hat auch Vorfahren aus Deutschland und ebenso aus Schottland. Das interessante an seinen Vorfahren war für mich, daß sie vor dem Krieg aus Deutschland nach Kanada emigriert sind und danach wieder zurück nach Ostdeutschland sind. Aber wieder und zwar dauerhaft nach Kanada ausgewandert sind. Dabei läßt sich auch vermuten, daß sie aufgrund der Mißstände in der SBZ und der späteren DDR in den frühen 50er Jahren, das Land wieder verlassen haben.

Beide sind über ein 3jähriges Voluntariat zur Entwicklungsarbeit gekommen, in dem sie recht einfach in einem Haus mit nur dem Nötigsten auskommen mußten. Stelle ich mir ziemlich schwierig vor, wenn man nur mal an die chemische Keule gegen Ameisen in der Küche denkt. (Hier in den Tropen sind überall Ameisen/Termiten. Selbst auf der Toilettenbrille.)

Im Gespräch mit den beiden habe ich heraus gefunden, daß ich ja schon mal formell in Asien war, nämlich in Israel, obwohl Israel wahrscheinlich eher als östlicheste Exklave der westlichen Welt und Enklave in einer (feindlichen) arabischen Umgebung angesehen werden kann, als ein Teil Asiens. (Mir sind die Fakten der geographischen Zugehörigkeit bekannt. 😉 )

Als wir auf Afrika und Urlaub zu sprechen kam, fiel dann „Athiopien“. Urlaub? Was Urlaub in Athiopien? Natürlich nicht nur, neben der Arbeit als Entwicklungs- und Aufbauhelfer haben sie dort auch Urlaub gemacht. Ihrer Aussage zufolge ist durchschnittliche Pro-Kopf Einkommen in Indonesien viermal höher als in Athiopien mit $500 im Vergleich dazu Deutschland ~$25.000. Mancherorts gibt es Gegenden in denen man mehrere Tage braucht, um zu nächsten befestigten Straße zu gelangen und selbst in Addis Adeba (der Hauptstadt) soll es neben Hochhäusern auch Lehmhütten geben (die nicht einmal einen Schornstein für den Abzug des Rauches der Feuerstelle haben).

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