Archive for September, 2006

26.Tag

September 27, 2006

Am Mittagsbuffet wurde ich heute von den Essensfrauen um Kaugummi gebeten. Fand ich recht lustig. Als ich Ihnen aber nur jeweils einen halben gegeben habe, schließlich muss man ja haushalten, haben sie komisch geschaut. Waren aber dennoch erfreut.

Jeden Tag können sie ein bißchen besser deutsch. Hört sich sehr nett an, wenn sie dann „Bitä“ sagen oder „Dangkeschohn“.

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25.Tag

September 27, 2006

Heute habe ich einen dieser fastenden Muslime getroffen, ein indonesischer Deutschlehrer, als er schwach vor seinem Gebetsraum saß und anschließend sichtlich erschöpft in sein Büro zurückkehrte. Nichts essen mag ja nicht so schlimm sein, aber auch nichts zu trinken, stelle ich mir auch sehr schwer vor. Vorallem die dauernde Mattigkeit, muss ähnlich sein, wie es einige Menschen während des Herbstes und im Frühling erleben – die Frühjahrsmüdigkeit und die Kraftlosigkeit an dunklen Tagen im Herbst.

24.Tag

September 26, 2006

Wenn Sonntags etwas passiert, ist meist etwas später. So auch diesen Sonntag. Als mich ein (einheimischer) Freund fragte, ob ich mit in die Kirche gehen wollte. Er würde sich gerade darauf vorbereiten. Es war recht interessant und nicht ganz so trocken, wie ich mir das vorgestellt habe. Die Kirche war rappelvoll und der kleine Parkplatz davor zweireihig zugeparkt. Was ich nicht wußte, daß Besucher als neue Mitglieder der Gemeinde, mit einer Rose und einem Händeschütteln,begrüßt werden. So durften außer mir noch zwei andere aufstehen, um begrüßt zu werden.

 

Mich würde interessieren, welchen Einfluß, der Pakt der Kirche mit dem III.Reich, wirklich auf die Religiösität der Menschen hatte in Deutschland hat(-te), oder ob es nur eine Veränderung der Gesellschaft zum Materiellen hin ist, die die Kirche absurd macht? Hier geht der Teil der Familie meines Freundes, mit dem ich dort war, zwei Mal die Woche in die Kirche – Freitags und Sonntags. Während ich ca. einmal in 2 Jahren gehe, sprich jedes 2.Jahr einmal.

 

Das Vaterunser, konnte ich anhand der Satzmelodie erkennen. Ebenso als der Pfarrer auf die 12 Jünger und Paulus zu sprechen kam. Ich weiß nicht, ob es besser war, dass ich die Predigt nicht verstanden habe, weil es wieder die übliche Phrasendrescherei war, oder ob ich Gefallen daran gefunden hätte. Zumindest die Inhalte hätte mich interessiert.

 

Anschließend waren wir noch „Traditional Indonesian Food“ essen. Leckeren Fisch, sehr sehr Lecker, dazu Shrimps in süß-saurer Soße. Was komisch war, dass wir den Fisch ausgesucht haben, als er frisch-gefangen auf Eis gelagert war. Kurz danach lag er dann, sehr ansehnlich, gegrillt auf unserem Tisch. Dabei habe ich erfahren, dass die beigelegte Zitrone dem Neutralisieren der Karzinogene dienen soll – den verbrannten krebsfördernden (schwarzen) Stellen.

 

Heute hat der Ramadan angefangen. Um ca. 2 Uhr nachts fing die Moschee an, laut zum Gebet zu rufen. Der Ramadan ist die Zeit, in der Muslime einen Monat lang fasten, wobei von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang keine Speisen und Getränke zu sich genommen werden dürfen. Außerdem darf den ehelichen Pflichten nicht nachgekommen und nicht geraucht werden. Um nur einige markante Regeln zu nennen.

23.Tag

September 26, 2006

Der Tag beginnt zumeist mit einem Frühstück, so auch heute. Da ich heute mal den Reis probieren möchte, den das Haus zur Verfügung stellt, vorgekocht und warm gehalten, frage ich S’lamat. „Saya ‚ambil nasi?“ (Ich nehmen Reis?), „Tidak ènak!“ (Nicht lecker) und läuft los und bringt eine Schachtel, die anderen Reis enhält und noch Huhn und … (ich weiß es nicht, es hat aber lecker geschmeckt 😉 ). Also bekomme ich zum Fühstück ( um 10 ) ein umfangreiches Mittag. Sanggat ènak (Sehr lecker) ! Allerdings konnte ich beim frittierten Hühnchen meine bildliche Assoziation zu fusseligem „Hunde-Aa“ nicht unterdrücken und habe es dankend zurück gegeben.

In Indonesien scheint alles irgendwann mal frittiert gewesen zu sein, alles was man essen kann, wird hier irgendwo auch frittiert serviert. Selbst Eier nachdem sie gekocht wurden. Ich kann mir vorstellen, dass damit Haltbarkeit gesteigert wird. Genaueres weiß ich noch nicht.

Wie fragte mich meine Freundin neulich am Telefon: „Sage mal bist du eigentlich dicker geworden?“, „Nein, wieso ?“, „Naja … du scheibst nur vom Essen. Da dachte ich mir, dass –“.

22.Tag

September 26, 2006

Gestern abend bin ich mit dem Fahrstuhl runtergefahren und mich hat wieder einmal jmd. angesprochen. Ist mir glaube ich schon das 6. oder 7. Mal passiert. Diesmal war es jmd. aus dem 7.Semester, der gerade in Deutschland sein Praktikum hinter sich hat:

„Are you from Germany?“

“Yes.“

“I was for my internship in Germany too, inthe last semestre.“

“Ok, dann laß uns doch einfach in deutsch reden, ok?“

„Main doiutsch ist nich so guud.“

„Kein Problem. My english is bad too.“

 

Was ich etwas vermisse ist guter Kaffee, die meisten Angebote sind Instantlösungen. Kann man ja mal trinken aber nciht immer. Selbst gestern abend im Café gab es (instant) Cappucchino. War nicht so lecker, weil damit alle Unterschiede nivelliert werden. Getreu nach dem Motto,“Wenn die Soße nichts geworden ist, helfen wir uns mit Maggi-Brühwürfel!“.

 

Nachdem ich gemerkt habe, dass ich eine dezente Lactose-Intoleranz habe – habe ich nach 2 Wochen Cornflakes-essen gemerkt – bin ich nun auf mie bzw. nasi umgestiegen. Jeden Morgen eine kleine Schüssel voll und ich bin wunderbar satt.

 

Heute ist der 4.Freitag, den wir in Indonesien erleben und denoch ist es erst unsere 3.Woche ;).

 

Wir sind heute zum Poolbilliard mit Willy verabredet. Im Auto auf dem Weg zum Billiard erfahre ich dann auch noch einige weitere Details über die Lebenshaltunskosten. Zum Beispiel bezahlen die Studenten hier in BSD, für ihre Zimmer im Monat ~ 800.000 Rp (~70€), darin ist zumindest der Housekeeper + Wäschewaschen und Zimmerreinigung enthalten. Wenn sie Glück haben, gibt es sogar Reis kostenlos. Somit läßt sich errechnen, dass das Studieren, durch die geringen Fixkosten außerhalb der Uni, nicht so immens teuerer als in Deutschland ist, wie es uns auf den ersten Blick erschien. Über den Daumen gepeilt, möchte ich meinen:

  Indon. Deutschl.
Summe € 392.05 € 407.50
Semestergebühren pro Monat € 282,05 € 15,15
Miete € 70 € 200
Mittag in der Mensa € 20 € 42
Versorgung mit Essen ausserhalb € 20 € 150

 

(Semestergebühren beziehen sich auf die SGU mit $2200 pro Semester (€1:$1.30), wobei es an einer staatlichen Universität um $1000 preiswerter ist, somit würden der monatl. Anteil der Semestergebühren auf ~€153 fallen und somit die Gesamtkosten auf ~€263)

 

Der Haken an der Rechnung ist, dass die Miete in Deutschland sehr viel höher ausfallen kann und dass ein kleiner Zuschuß für Kleidung und Sonstiges in beiden Fällen von den Eltern mit eingerechnet ist.

 

Sofern man die Kosten für extra Fachliteratur noch mit einbezieht, wird es hier noch preiswerter.

 

Aber da die Menschen hier, sehr viel weniger verdienen im Vergleich, bleibt es nach wie vor sehr teuer.

Außeracht gelassen sind Krankenversicherung( ist denke ich mal nicht vergleichbar, da nicht zwingend erforderlich, in Deutschland sofern nicht familienversichert ~€54) und andere „soziale“ Errungenschaften, die mit monatlichen Beiträgen bedankt werden.

 

Ich habe noch vergessen zu erzählen, dass ich am Donnerstag einen Deutschen getroffen habe, der hier lebt. Diesen habe ich dann auch gleich gefragt, wo es hier schöne Wurst und Käse gibt, weil ab und an möchte man doch eine leckere Stulle, zwischen den ganzen Mahlzeiten aus Reis und Nudeln haben. Dann kam das Gespräch auf die Vogelgrippe, die sich wohl hier sehr flächendeckend halten soll. Deswegen esse er schon lange nur noch Rind- und Schweinefleisch.

21.Tag

September 22, 2006

Heute ist uns etwas sehr Schönes passiert. Es hat fast mit Mitleid zu tun. Wir essen unser Mittag immer in der Studentenlounge, hier in der SGU. Meistens gibt es Reis oder Nudeln, dazu als Besteck immer Gabel und Löffel.

Die netten Essensfrauen waren nun so aufmerksam und haben zwischen die vielen Gabeln und Löffel, genau 3 Messer gelegt. Drei Messer für drei deutsche Studenten. Wir sind also gekommen und haben uns gefreut, dass wir „zufällig“ genau drei Messer vorfinden. An der Kasse kam uns dann Gekicher entgegen, als die Essensfrauen bemerkt haben, dass wir wie erwartet, die Messer genommen haben. Ich muss aber auch zugeben, dass es ein schönes Gefühl war, wieder mal mit einem Messer zu essen. Nicht immer das Fleisch mit einem Löffel zu zerteilen.

Wir müssen uns anscheinend so auffallend unwohl mit unseren Löffeln benommen haben, dass sie es bemerkt haben.

Das nächste Erreignis war, dass die Essensfrauen sich kaum noch halten konnten, als Mathias seine „quietsch-pink“ Geldbörse mit kleinen Figuren rausgeholt hat. Eine von ihnen riss nur noch die Augen auf und rief (in etwa) „eine pinkes Portemonaie“ und fing an loszuprusten. Eine nach der anderen fiel dann ein, so dass zuletzt alle rumkicherten. Ja, so ist das mit der rosa-roten Geldbörse von Mathias, wenn er sie in Anwesenheit von Fremden rausholt. 😉

20.Tag

September 22, 2006

Heute hat uns der Rektor der SGU aufgesucht und uns Arbeit für die nächsten 4 Wochen gegeben. Helfen bei der Akkreditierung der neuen Studiengänge nach den Anforderung der ASIIN ( in etwa eine Europäische Bildungskommission für (Fach-)Hochschulen zur Standardisierung von Studiengängen). Da die SGU einen Double-Degree anbietet, einen Doppelabschluß, für Indonesien und für den europäischen Raum, müssen die Studiengängen restrukturiert und modularisiert werden.

19.Tag

September 22, 2006

Wir haben soeben gegen 9:45 Uhr einen Stromausfall erlebt. Nun warten wir darauf, dass die Systeme wieder hochgefahren werden.Nach 15 min läuft wieder alles. 30min später, erneuter Stromausfall. Jetzt dauert es länger.

 

Als dann auch noch unsere Arbeitsplätze besetzt waren, wir nun nicht mal mehr theoretisch offline arbeiten konnten, sind wir nach Hause gegangen. Gleich nach dem Mittag. Manche Tage dauern länger, manche sind eben umso kürzer.

 

Arbeit haben wir genug, nur die Umgebungsbedingungen sind sehr einschränkend.

18.Tag

September 20, 2006

„Endlich wieder Montag!“ (Aus einer Dell-Werbung, wenn ich mich nicht irre.)

Pünktlich wie die Eisenbahn schreiten wir um 7:59 Uhr den Gang zu unserem Lab entlang. Kurze Probe, ob der Raum aufgeschlossen ist, dann kleine Stippvisite in der IT-Abteilung – leer.

Niemand da. So bleibt es auch den ganzen Tag. Uns stört es nicht weiter, denn wir sind vollauf damit beschäftigt die Bits, die über die Leitung aus dem Internet kommen, einzeln zu begrüßen und ihnen Plätze auf unseren Datenträgern zuzuweisen. Es herrscht eine herzliche Atmospäre. 😉

Ok, jetzt die andere Sicht: Unsere Arbeit geht schleppend voran, weil die nötige Internetverbindung sehr mager ist (in Deutschland würde man von einem Netzausfall reden, hier heißt es, dass die Verbindung langsam ist). Zwischen dem Aufruf 2er Internetseiten, gehen wir regelmäßig leckeren Sariwangi-Tee trinken. Ich habe auch schon überlegt mit Yoga während der Ladezeiten meine Geduld zu trainieren. Vielleicht werde ich auch den „Initiierten Sekundenschlaf“ üben, um mein Kraft zu schonen und länger warten zu können. Oder …. es hilft alles nichts, wir genießen die Ruhe und fristen unser Dasein meistens offline.

Ich beschließe mir endlich mal die Möglichkeiten für Sport, insbesondere Volleyball, anzuschauen. Die bisher mir bekannte einzige Möglichkeit befindet sich in der „Deutschen Internationalen Schule“. Karl und Matthias wollten nicht, also habe ich mich allein auf die Socken gemacht. Nach 20 Minuten bekomme ich Lust zu joggen, kehre um und hale meine Sachen und jogge hin. Dort angekommen, waere ich im Dunkeln fast vorbeigelaufen. Sehr grosses Gelaende, Schwimmbecken und Fussballplatz, dazu eine riesige Halle und einen leider verdeckten Beachvolleyballplaty fuer schaetzungsweise 4 Felder. Auf dem Rueckweg merke ich schon meine Waden und bin jetzt schon froh, dass wir Fahrstuehle haben. Sonst wuerde der morgige Tag, ganz schoen anstrengend werden.

Während des Joggens war es zeitweise, durch den Feierabendverkehr, so stickig, als würde neben mir jmd Laub verbrennen. Geschweige denn, dass ich mir wie ein Jogger an der Autobahn vorkam. Ich werde mir wohl die umliegende Gegend genauer ansehen müssen, um eine bessere Joggingstrecke zu finden.

Der Fisch ist weg, wahrscheinlich gegessen. Keine Tierleiche mehr im Regal 😉

17.Tag

September 18, 2006

Heute ist wieder Sonntag und wir lenzen den ganzen Tag. Schlafen lange und ruhen uns von der wieder einmal sehr ereignisreichen Woche aus.

Nachher wollen wir uns etwas bestellen, ich denke die beiden werden sich für Fast Food entscheiden. Da ich nicht Weißbrot essen möchte, werde ich mich anschließen. Mal sehen, ob sie englisch können oder nur bahasa.

Zum Frühstück haben wir die anderen beiden Früchte ausprobiert, die wir am Mittwoche ingekauft haben. Eine sieht von außen aus, wie eine dunkelrote Erdbeere, ist ungefähr zwiebelgroß und schmeckt auch sehr würzig, ungeöhnlich stark würzig. Die andere Frucht sieht wie eine Birne aus und man soll nur die Kerne essen, die die Konsistenz von Fischeiern haben. Uns kommt die Errinnerung an Durian, doch wir sind tapfer und werden belohnt mit einem melonenartigen Geschmack, sehr erfrischend.

16.Tag

September 18, 2006

Heute fahren wir nach Jakarta. Wir wohnen nicht direkt in Jakarta, sondern in einer der Vororte, in BSD city (Bumi Serpong Damai).
Jakarta ist nur 10km entfernt und wir wollen in den Norden von Jakarta, nach Mangga Dua, einer großen Shoppingmall. Einkaufen – richtig !
Weil wir das Einkaufen so „lieben“. Richtig!

Wir haben uns mit Willy um 8.30 Uhr vor der SGU verabredet. Wir fahren mit seinem Daihatsu Jeep, wenig schnörkel und bequem, wie im Trabant. Egal, sind ja gleich da. Zum Glück haben wir Air Condition, denn draußen sind es über 32°C, bis wir merken, dass die AC kaputt ist. Da sitzen wir nun, wie die fertigen Forellen auf dem Grill in einem viel zu kleinen Auto, und sumpfen vor uns hin.

Aber bevor wir nach Mangga Dua fahren, zeigt uns Willy Jakarta erst noch in der Rush Hour (Hauptverkehrszeit). Was gibt es in der Rush Hour ? Stau ! Richtig!
Also fahren wir erst mal in einen Stau. Somit brauchen wir auch nicht nur 30min zum Ziel, sondern 2 Stunden und 30 Minuten.

Parkhäuser in Indonesien sind zuweilen sehr voll. So dass auch mal in der zweiten Reihe geparkt werden muß. Deswegen sind die Einweiser in den Tiefgaragen auch dazu da die Autos manuell umzuparken. Das heißt, dass die Fahrzeugführer in der 2.Reihe nicht ihre Handbremse anziehen dürfen, um die Arbeit der Einweiser nicht zu behindern. Als wir kommen, wurden gerade 5 Jeeps vor geschoben, so dass wir in die Parklücke hinein gekommen sind. Manchmal ist hier einfach alles verrückt.

Als wir ankommen, sind wir so ausgeruht, wie nach 2h Sauna. Sehnsüchtig erwartet uns Laura, Freundin von Willy, und löchert uns sofort. Puh! Wie anstrengend! Die üblichen Fragen: „How long do you stay here? Since when do you’re in Indonesia?“, doch auch Karl, dem die Antworten sonst so zügig wie einem Touristenführer aus dem Mund geschoßen kommen, stockt und verharrt, ein aufs andere Mal in Ruhe. Puh!. Sie gibt auf und läßt uns 2 Minuten Ruhe, dann setzt sie wieder an. Doch nach dem Essen bei KFC (Kentucky Fried Chicken) erholen wir uns rasch und werden langsam redsamer.

Willy und seine Freunde, wir sind mit 2 Autos gefahren, werden nachher noch im Goethe-Institut Deutschunterricht nehmen. Wir warten so lange und schauen uns ein wenig die Gegend an.

Nach ihrem Unterricht fahren wir in die Mall „Puri indah“ und essen zu abend. Dort habe ich mir auch wieder leckere Crêpes geholt. Teig, der zu einer Tüte gefaltet und mit beliebigen Inhalt gefüllt wird. Die Crêpes hier, sind von reichhaltiger Vielfalt. Süß, herzhaft, mit und ohne Eis – einfach nur sanggat ènak (sehr lecker). Ich habe mir Einen mit Thunfischsalat und Mais einpacken lassen, wobei die Süße des Teiges und die Zwiebeln anfangs sehr komisch geschmeckt haben.

Nach 22 Uhr sind wir wieder da und ich falle nach einem leckeren Bier, müde ins Bett, die anderen beiden schauen noch ein bißchen ihre neu erworbenen SCRUPS-Folgen (alle 4 Staffeln).

15.Tag

September 18, 2006

Ich entdecke einen trockenen Fisch in einem Regal in unserer Küche. Auf einem Teller und ohne Schwanz. Da liegt er nun. Was mich eigentlich wundert ist, dass keine Fliegen kommen und ihn auffressen.

Fotos werden nachgeliefert. Vom toten Fisch im Regal.

14.Tag

September 18, 2006

Gestern sind wir für Adrian, ein Zimmernachbar, extra noch los, um ihm eine kleine Überraschung zu besorgen, da er heute Geburtstag hat. Heute morgen war er schon los, so dass wir ihm erst heute abend gratulieren können, zu seinem 18. Geburtstag.

Adrian hat sich gefreut über unser Geschenk, eine Schokotorte mit Kerzen. Mit Adrian und …, manchne Namen lassen sich aber auch schwer merken, saßen wir zu fünft beim Abendbrot und haben die erste unserer 3, uns unbekannten Südfrüchte gekostet, Durian. Durian hat die Farbe von Kohlrabi und ist weich. Ebenso sollte man beim Verzehr darauf achten, nicht zuviel zu essen, da einem sonst schlecht wird. Uns wurde vorher schlecht ;).
Man muss hinzufügen, dass Durian sehr aromatisch ist, Kohlrabi mit Fußschmalz in eine dezent süßliche Note getunkt. Tapfer und mutig, wie Jungs, die ihr Versprechen nicht brechen wollen, dass sie davon kosten würden, nahmen wir ein Stück dieses breiigen Etwas und schoben uns eine Fingerspitze voll in den Mund. Karl wurde währenddessen rot und bekam sein Lächeln, dass ihn auszeichnet wenn er angewidert ist und freundlicherweise keinen die Speise abwertenden Kommentar losläßt.
Matthias ist sofort danach aufgestanden und hat sich den Mund ausgespült. Mir war so, als hätte ich gerade Erbrochenes gekostet. Durian ist nicht zu empfehlen! Der penetrante Gestank, der dieser Frucht anhaftet, blieb mir bis zum nächsten Morgen in der Nase hängen – brrrr !

13.Tag

September 14, 2006

Mich hat „Die Rache des Montezuma“ ereilt und nun esse ich ganz viel Schokolade, um einigermaßen meine Arbeit machen zu können. Aber sonst ist alles ok.

Dann waren wir heute bei Pizzahut und haben schön amerikanische Pizza makan (essen (inf.), Bahas erfordert weder Beugung noch Deklinitation, und auch keine Zeitformen 😉 ). Wir haben dort, um mal wieder auf den Preis zu sprechen zu kommen, für 5×0,3l Coca Cola, 2 normale und 1 kleine Pizza und 2xVorspeise kleines Brot, ca 13€ bezahlt. (wir schätzen in DE würden wir ca 5×1,5€+2×7€+1×5€+2×3€ =~=> 32,50€ für 3Personen und diese Menge bezahlen).

Wir haben noch Sandy im Supermarkt getroffen und er hat uns gleich auch noch paar lokale Früchte empfohlen. Unter anderem auch die Stinkfrucht, Karl hat sich gleich an das Rinderhirn errinnert. „Also Jungs, wenn ihr wollt, ick will nüscht davon !“. Sandy fand nur lustig, dass wir immer nur 2 Stück nahmen.

Wir haben ihn auch noch gleich gefragt, wie es mit Bali und Singapur steht, Reisekosten etc. Daraufhin waren wir noch in einem Reisebüro und haben uns mal erkundigt, wir sollen anfang November nochmal nachfragen.

Heute zum Schluß hatten wir hier noch eine Besprechung mit der IT-Abteilung und haben uns alle im Lab versammelt. Das Lab hat eine Tür mit einer kleinen angrenzenden Milchglasscheibe. Milchglas hat die Angewohnheit, dass es die Sicht auf die unmittelbare Nähe beschränkt, deswegen der Einsatz in Toilettenfenstern.
Wiwi, putz munter und lebhaft wie immer, kommt nun an diese Scheibe. Wir, 4 IT-ler und wir sitzen und stehen nun dieser Scheibe gegenüber und besprechen unsere Themen. Wiwi schmiegt albernderweise ihr Gesicht nun an diese Scheibe und bemerkt nicht, dass nur wir alleine, sondern auch die IT-Abteilung zu schaut. Mund wie ein Fisch an die Scheibe und wie Scheibenputzer saugend und Gesicht in die Länge zerren und so weiter. Naja, ich stelle mich schon mit dem Rücken davor, um die Sicht zu verdecken. Sie hört nicht auf „Scheiben zu putzen“. Irgendwann steckt sie den Kopf rein und bing, ihre Augen weiten sich und sie wird knallrot und wird von der IT-Abteilung mit „Hi Wiwi!“ begrüßt. Etwas verunsichert bleibt sie vor der Tür stehen und entschuldigt sich dann kurz danach „I’m so embarrassing. Sorry.“ („Ist mir so peinlich. Entschuldigung.“).
Wir haben gut gelacht. 😉 Ich lache gerade wieder beim Schreiben.
Da ich nun oft über andere erzähle, sollte ich auch mal über mcih schreiben. Was mir so für Schoten widerfahren. Manchmal bin ich ein Meister im Otto-Englisch („To get faster responsabality.“ Beabsichtigt: „Höheres Antwortzeitverhalten.“ Gesagt: „Um eine schnellere Verantwortung zu bekommen.“. „response“ = „Antwort“, „responsisibility“=“Verantwortung“).
Oder „Yeah it’s clear“ für „Ja ist klar.“. Wortwörtlich stimmt die Übersetzung, aber nicht inhaltlich. Jaa, jaa. So ist das manchmal, sonst würde ich manchmal zu lange brauchen, um zu antworten. 😉

12.Tag

September 14, 2006

Der Tag hat für mich vor seinem eigentlichen Beginn angefangen. Nachts um 3 Uhr bin ich mit hämmerndem Kopfschmerz aufgewacht, dazu Schweißausbrüche und innere Unruhe. Mir schwirren Gedanken von Malaria durch den Kopf und die Frage nach dem nächstliegenden Arzt. Nach einer Tablette Paracetamol 500 beruhigt sich die Lage etwas. Die Unruhe bleibt. Ich bin wach – um 3 Uhr nachts.
Ok Reiseführer raus, schon mal die Adresse von einem Krankenhaus nachschlagen. Gefunden. Licht aus. Die Unruhe bleibt. Wieder Licht an und halben Liter Wasser trinken. Licht aus. Ruhe. Ich versuche einzuschlafen. …. . Weckerklingeln. Nach dem 6 Mal höre ich auf zu zählen. Ruhe. Wieder Weckerklingeln, diesmal ein Piepen. Sehr penetrant. (ich denke mir)„Ignorriere es einfach, derjenige wird sich 2 Wecker gestellt haben, weil er sonst nicht aufwacht zu dieser nachtschlafenden Zeit.“. Endlich Ruhe – 2min lang. Wieder ein Wecker. 10 Mal bevor auch dieser ausgestellt wird. Ich warte mittlerweile auf den nächsten Wecker. Im Bett liege ich mit gespitzten Ohren und bereit das Tapsen der Kakerlaken auf dem Boden wahrzunehmen. Jaa! Da ist es. Das ersehnte Weckerklingeln. Wecker Nummer 4. Wer ist so rücksichtslos und läßt mitten in der Nacht seinen Wecker 10 mal piepen/rasseln/klappern? Ich bleibe im Bett und schlucke den Ärger runter – aber nur weil ich nicht weiß was Wecker auf englisch heißt. Sonst wäre ich hinausgegangen, um den oder die Übeltäter zu stellen.
Neugierig geworden gehe ich schauen, wozu in Gottes Namen jmd. sich um 3 Uhr in der früh den Wecker stellt. Rechts neben mir sehe ich Licht durch die Türschlitze. Ich gehe in das obere Stockwerk und steuere unseren kleinen Balkon an. Auch hier 2 Zimmer mit Lichtschein. Hmm? Verwunderung macht sich bei mir breit. Ratlos blicke ich in die Nacht.
Plötzlich ertönt mir völlig unbekanntes Rufen von draußen. Ich trete näher an den Balkon und errinnere mich der Muezzin die auch nachts zum Gebet rufen. Gebannt lausche ich dem Rufen. Nach einiger Zeit bemerke ich ein weiter entferntes zweites Rufen. Sehr interessant gewesen, dieses fremde Ereignis.

Der Tag war wieder ruhig.

Abends habe ich dann noch ein bißchen gechattet in der SGU und bin dann aber um 20 Uhr gegangen. Vor dem Fahrstull treffe ich einen Gleichgesinnten, der auch die verkehrsarmen Stunden abends für den vermehrten Genuß von Bits und Bytes nutzt. 😉
Albert ist Mechatroniker und ist Indonesier. Albert. Ich grinse ihn an und sage dass ich es manchmal sehr lustig finde deutsche Namen bei Nichtdeutschen wiederzufinden. Albert ist nett, ich verstehe mich auf Anhieb und so tauschen wir unsere Tel.nummern.

Dann das 3. sehr erheiternde Ereignis war mit Slamat, unserem Housekeeper. Ich zeige auf meinen Nescafé instant Kaffee und deute an, dass er ihn haben kann. Er winkt ab und sagt ‚Taeh‘. Hmm, ich schaue ihn fragend an und bedeute ihm nochmal, dass er den Kaffee haben kann, weil er mir zu bitter ist. Er winkt wieder ab und sagt nochmal dieses Wort. Hmm?. Ich hole mein Wörterbuch ( Indonesisch Deutsch ). Ich schlage die Seiten mit ‚t‘ auf, um mir von ihm das betreffende Wort zeigen zu lassen. Wir durchstreifen die Spalten und werden nicht fündig. Plötzlich läuft er los und holt ein Wörterbuch „Jérman Bahasa Indonesia“. Da bin ich nun perplex, dass unser Housekeeper nebenbei versucht deutsch zu lernen, wäre mir ja nun nicht im Schlaf eingefallen. Musste ich ja erstmal grinsen. Fand ich klasse von ihm. Im Endeffekt hat er es auch nicht gefunden und es hat sich rausgestellt, dass er nur ‚thè‘ trinkt. Unser Housekeeper lernt deutsch.

Was die Sprachen angeht, muss ich sagen, dass man hier durchaus 3sprachig arbeiten kann. Englisch als Verkehrssprache, Bahasa Indonesia und Deutsch als Ergänzung. Wobei auch fließend hin und her gewechselt werden kann, wenn man einige Wörter in der einen Sprache nicht weiß. Da die Indonesier Englisch auch nur als Zweitsprache sprechen, sind sie auch sehr tolerant gegenüber Fehlern, was die Kommunikation somit nicht belastet. Insgesamt eine sehr angenehme Art und Weise.

11.Tag

September 12, 2006

Der Tag war heute wieder ruhig, wenn ihr versteht ;).

Ich muss es mal anbringen. Ja, es fällt mir schwer. Ich weiß auch, dass es uns viele bohrende Fragen einbringt. Ja, die Frauen liegen uns zu Füßen. Gerade eben haben uns die 8 Essensfrauen kecke Sprüche und unzweideutige Blicke zugeworfen . Es sind keine deutschen Essensfrauen, – 96kg schwer und Arme wie Oberschenkel. Es sind ansehnliche kleine Asiatinnen.

Wir fühlen uns wie eine Blondine an einem Türkenstrand. Einsam und mit den Blicken … .(Aus Rücksicht auf meine Großeltern, werde ich jetzt wieder die kulturellen Besonderheiten hervorheben).

Das Wetter ist schön, weit zu blicken und viel zu spielen.

Frauen sind manchmal sehr anstrengend. Vorallem, wenn sie so zahlreich wie hier auftreten.

Aber mal ehrlich, so lernt man auch die Sprache ;).

Wir haben nun unsere Sprachpartner kennengelernt: Olive, Catherin und Stephanie. Sind sehr nett und kommunikativ.

10.Tag

September 11, 2006

Gestern habe ich mich mit Wiwi zum Joggen um 6:30 verabredet. Wir haben uns zum Joggen den Stadtpark von BSD ausgesucht. Der Park ist ca. 15min zu Fuß entfernt. Gestern haben wir 1h gebraucht, weil wir der weiblichen Orientierung von ihr gefolgt sind. Frauen und Orientierung. Oh eine gelbe Blume, also müssen wir links, oh schau ein grüner Baum, kommt wir gehen rechts. Wie gesagt gestern 1h heute früh 15min.

 

Der Park ist wirklich schön. Er hat einen nach außen begrenzenden Weg für die Jogger, der ca 1km lang ist. Man muss ja dazu sagen, dass die Uhren hier anders ticken! Jeden Tag in der Woche werden wir morgens um 6:30 Uhr vom Eismann geweckt, so auch diesen Morgen, nur dass ich unterwegs war und den Eismann erst später getroffen habe. Angekommen im Park, waren bestimmt schon 1000 Menschen dort, einige haben gefrühstückt, doch die Mehrheit hat sich der körperlichen Ertüchtigung gewidmet. Das Joggen war recht mühselig, immer jemandem ausweichen oder Platzmachen. Wenn in Deutschland jmd. am Sonntag um 7 Uhr in den Park geht, erwartet man gerade mal ein paar Rentner, wenige Jogger evtl. mit Hund und sonst einfach nur Ruhe.

Hier ist alles anders, wie gesagt ein Massenauflauf, 15% Jogger und 70% Aerobic mit lautstarker Musik und deftigen Beats „The Roof is on fire ….Burn Motherfucker …“. Ich dachte echt mich trifft der Schlag.

 

Um 8:30 Uhr waren wir wieder zurück. Ich habe dann nach dem Duschen noch bis um 2 Uhr im Bett geschlafen. Mehr war heute eigentlich nicht.

 

Sonntag ist Ruhetag.

 

Selamat tidur“ (Gute N8)

9.Tag

September 11, 2006

Heute ist wieder Samstag. Heute ist auch die Graduation von den Bachelor- und Masterstudiengängen. Die Veranstaltung an sich war sehr schön, die Gäste wurden begrüßt, die Nationalhymne (Raya Indonesia ) wurde gesungen und ein deutsches Volkslied „So ein schöner Tag“. Ich glaube wir haben ca. nach 5 Minuten erst mitbekommen, dass es ein deutsches Lied ist. So anders ist die Betonung des Deutschen von Indonesiern. War schon lustig.

Mr. Kho hat uns nach der Abschlussfeier Wiwi vorgestellt. Er kannte Wiwi und er wußte ganz genau, dass sie das Leben schlechthin ist. Wiwi ist 20 Jahre alt und weiblich. Wiwi darf man nie alleine lassen. Wiwi ist sehr aufgeweckt. Wiwi braucht sehr viel Aufmerksamkeit. Trotzdem ist Wiwi sehr nett und angenehm, wenn sie denn mal müde wird (abends um 11). Gut dass wir zu dritt sind, sonst hätten wir Wiwi nicht bändigen können. Aber Wiwi hat auch noch eine Freundin Niken, auch 20 Jahre alt. Also haben wir dann anschließend mit den beiden zu fünft den Tag verbracht. Der Tag wurde nicht zuletzt durch die beiden sehr ereignisreich.

Beim anschließenden Lunch gab es mal wieder eine besondere Situation, die es zu berichten gibt. Diesmal war ich es der in die Falle getappt ist. Erstens habe ich mir in der Annahme, dass es Erdnusssoße ist, ganz viel Erdnussdressing für den Salat auf den Reis gemacht. War erstmal weiter nicht schlimm, außer dass es überhaupt nicht geschmeckt hat. Zweitens habe ich auch noch eine kleine Schote von einem Chiligewürz zerkaut. Auf einmal wurde es sehr heiß im Mund und im Rachen und hörte nicht mehr auf. Au ja! Ich hätte mir liebend gern meine Serviette in den Mund gestopft um die Schärfe zu mildern. Da saß ich nun mit rotem Kopf und hoffte auf Besserung. Nachher wurde mir erklärt, dass einer der schärfesten Schoten sein soll. Danke für die Aufklärung!

Nachher hat sich rausgestellt, dass Wiwi direkt einen Steinwurf von unserem Haus entfernt wohnt. Sie hat uns dann mal ihr Zimmer gezeigt. Sehr nett. Als wir in das Haus kamen, indem sie ihr Zimmer hat, waren wir wirklich mal wieder überrascht, wie schön Häuser sein können. Was die Architektur mit ihrer Kreativität alles hergibt. Einfach nur g-e-i-l. Bei Gelegenheit werde ich mal ein Photo machen. Ich denke zumindest Jacqueline hätte Interesse daran. Wenn man solche Häuser in Deutschland bauen würde, würde dass bestimmt so 2 Mio € kosten. Kann man sich nicht vorstellen. Ich denke aber auch die andere Kultur ermöglicht ganz andere Spielräume und Gestaltungsmöglichkeiten. Dem Einzelnen alleine wird nur ein relativ begrenzter Raum zur Verfügung gestellt, der Gruppe oder Wohngemeinschaft zusammen soll so wie es scheint der größte Platz eingeräumt werden.

Wiwi und Niken haben uns dann noch dabei geholfen eine Prepaid-Karte zu bekommen, so dass wir uns untereinander per Handy anrufen können. Sonst müßten wir zwangsläufig immer zusammen unterwegs sein, was sich ja auch mal ändern kann, weil der eine dorthin will, wo der andere nicht hin will.

Sprich wir haben uns einen Indonesische Nummer und 7min Sprechzeit in der Hauptzeit oder 30min in der Nebenzeit für 1,24€ gekauft.

Auf dem Rückweg sind wir in ein Restaurant für Padang Food eingekehrt. Padang ist bekannt für seine Schärfe. Wir sind also in das Restaurant gegangen und Wiwi hat die „Bestellung“ (man kommt nur hierher um das eine zu essen) aufgegeben. Dann kamen 4 Kellner mit jeweils 8 (!) Teller in der linken Hand (was an sich schon sehr bemerkenswert war ).

Als nun die 25 kleinen Schüsselchen auf dem Tisch standen, fragten wir nun was dies und jenes sei. Kaum nachdem uns „Brain of a beef“ geantwortet wurde, lehnte sich Karl zurück, errötete und sammelte (fast) seinen Mageninhalt im Mund. Da lag in gelber Currysoße nun vor uns, portioniert in kleinen Stücken : Rinderhirn. Ich beschränkte mich auch auf ayam (Huhn) und nasi. Das Hirn was mir aufgetan wurde, vergrub ich unter Reis, wo unbemerkt bis zum Ende verweilte. Mich durchzuckt noch jetzt ein Schauer, als uns gesagt wurde, dass uns Rinderhirn zum Essen angeboten wurde. Matthias hat erst im Nachhinein erfahren, dass er Rinderhirn gegessen hat: „Hat wie Schnecke geschmeckt.“. Nebenbei stand noch Galle und Leber auf dem Tisch. Guten Appetit.

7. Tag

September 8, 2006

Ein Arbeitstag ohne Arbeit. „What do you want?“, wurden wir begrüßt, als wir uns beim IT-Department gemeldet haben. Naja aus dem Einweisungstag ist eine Einweisungswoche geworden. Wir haben den Tag mit leichter Unterhaltung und Kartenspielen gefüllt. Um 17:30 Uhr, sind wir dann in der Mensa Abendbrotessen gegangen.

In unserem Raum, in dem unsere Rechner stehen ( kurz: Lab. von (engl.) Laboratory => Labor), haben wir am Montag Willy kennengelernt, einen Philipino und noch einen Indonesier. Wir sind zusammen zum Mittag gegangen und es hat sich rausgestellt, dass der andere Indonesier „Ariel“ heißt, war sehr lustig. Trug sofort zur allgemeinen Erheiterung bei.

Beim Essen später, frage ich (schelmischerweise) Matthias, ob er meine Paprika haben möchte, er sagt „Immer her damit!“. Naja, wie sollte es sein, ich hatte aus Versehen Paprika mit Chili vertauscht. Diese rote Paprika war sehr scharf, und Matthias hat sehr der Mund gebrannt, und wir haben alle sehr gelacht. 😉

Im Gespräch mit Willy haben wir erfahren, dass man für Nichtangeschnalltsein (auf den Vordersitzen, hinten braucht man sich nicht anschnallen), schon mal, wenn man kein Schmiergeld zahlt, für eine Woche ins Gefängnis gehen kann. Sollte man kein Geld bei sich haben und mit einem Freund unterwegs sein, so darf man nach Hause fahren und Geld holen. Währenddessen wird der Freund als Faustpfand da behalten.

Desweiteren haben wir von Willy noch erfahren, dass Bahasa Indonesia keine Zeitformen besitzt. Es wird nur mit einer Zeitangabe als Wort, z.B. „morgen“ oder „nächsten Mittwoch“ auf die Zeit hingewiesen. So dass es dann heißen müsste, Lahir saya 1982 – Geboren ich 1982. (so in etwa).

Morgen ist Freitag und unsere erste Woche in Indonesien rum.

Meine Sprachkenntnisse machen auch kleine Fortschritte.

Abends waren wir wieder in der Bar „MadDogs“ und ich habe Karl einfach mal die Worte „Saya cinta kamu!“ in den Mund gelegt. Er hat sie brav nachgesprochen und sie gegenüber der Kellnerin wiederholt. Köstlich gewesen, großes Auflachen seitens der Kellnerinen und Verwunderung bei Karl. ( Saya=ich, cinta=lieben, kamu=du )

Selamat malam. Sampai bekso pagi.“

6.Tag

September 8, 2006

Habe heute meine erste Kakerlake gesehen, war leider schneller als ich, sonst würde ich jetzt ein Photo präsentieren. Nächste mal.

Der Kaffee in Indonesien ist furchtbar bitter, obwohl ich schon gula und susu (Milch) rangemacht habe. Bäh! Ob es am Wasser liegt, k.A.. Jedenfalls war der Kaffee so schlecht, dass ich gleich einen Fleck auf meinem weißen T-Shirt hatte. So! Schlechter Kaffee!

Durch den gestrigen Versuchsaufbau und die aktive Miteinbeziehung meiner Kommilitonen konnte ich sie zumindest soweit von Linux begeistern, dass sie nun aktiv in der Konsole etwas ausprobieren.

Mit einem erneuten Versuchsaufbau unter Berücksichtigung mehrer Parameter, sind wir nun der Simulation der realen Umgebungsbedingungen und der Einschätzung der Geschwindigkeitssteigerung etwas näher gekommen. Die Gewinneinschätzung bestätigte sich.

Die Idee kurz: Wie komprimieren den Traffic, schicken ihn nach Deutschland, wo die Internetverbindung besser ist und dekomprimieren ihn wieder und lassen ihn ins Internet. Den gleichen Weg nimmt der Traffic zurück. Morgen werden wir die Antwortzeiten testen.

Nach der Arbeit waren wir noch in der Bar, to drink a pint of beer or two … 😉 . Das German Centre (Deutsche Zentrum), in der die SGU 2 Etagen belegt, hat oben eine Bar. Da gibt es Erdinger und lokale Biere. Karl hat kurz Klavier gespielt und dann haben wir drei abwechselnd Billiard gespielt, war ein schöner Ausklang. Da habe ich dann entdlich einen schönen Esspresso getrunken (importiert). Lecker, da werde ich öfter hingehen.

Ich habe mich auch erkältet, ich weiß nicht, ob es an der trockenen Luft in unserem Computerlabor oder an den Klimaanlagen liegt. Im Hals kratzt es schon.

Heute abend bin ich mal kurz losgezogen, um die Umgebung an einigen Stellen zu fotografieren. Dabei sind interessante Bilder entstanden. Bei Gelegenheit, werde ich sie mal ins Netz stellen. (Wenn die Geschwindigkeit es zuläßt.)

So nun ist es wieder 23 Uhr oder one hour before tomorrow.